Dienstag, 18. März 2008
Tips zum Überleben:
Aus der Rubrik Tips zum Überleben beschäftigen wir uns heute mit dem Bürgersteig. Das Wort Bürgersteig ist in China ein extrem dehnbahrer Begriff. Denn man ist ja nicht gleich weniger Bürger nur weil man ein Motorrad fährt. Auch Autos wurden schon beobachtet wenn´s passt. Das also zum Überleben! Kommt man beispielsweise aus einem Geschäft, sollte man sich ähnlich wie bei einer stark befahrenen Kreuzung erst vergewissern das niemand von rechts, links oder auch oben und unten kommt. Steht man zulange, bevor man den Blinker setzt und sich einordnet, kann es passieren das man sich unerwartet entweder im Geschäft oder auf der Strasse wiederfindet, geschoben quasi.
Wozu der Bürgersteig neben gemütlichem Flanieren und gehetztem Rennen (Chinesen sehen soo lustig aus wenn sie rennen!) sonst noch genutzt wird, hängt stark von der Tageszeit ab. Abends z.B. eröffnen lustige Ramschmattenverkäufer an vielen Kreuzungen ihren Temporärbasar, voll mit winkenden Katzenfiguren (-hypnotisierend!), Haargummis und Dolce&Gabana Gürteln.
Wenn hier was passiert, dann auf dem Bürgersteig, hier wird Gemüse gehackt, Schweineinnereien gewaschen, Fahrräder repariert, Karten gespielt, nach Verkehrsunfällen mit der Polizei debatiert...

(die Chinesen haben ein sehr entspanntes Verhätnis bei kleineren Unfällen -die Preise werden zwischen den Teilnehmern und der Polizei in einem ausführlichen Streitgespräch ausgehandelt -Feilschen erlaubt! Es wird cash gezahlt keine Anzeige, kein Papierkram und keine Punkte in Beijing. seit ich hier bin habe ich schon zwei Verkehrsunfälle mitbekommen, ca 1 pro Woche. Wenn das so weitergeht, komm ich auf dreißig in dem halben Jahr.)

... usw. ALSO um es zusammenzufassen. Bürgersteig in China ist eher ein Volkssteig. Hier geht alles!
Und um zum Ende zu kommen, es ist jetzt 22 Uhr, ich hab Hunger und jetzt eröffnen die "Bürgersteigrestaurants", aber das ist eine andere Geschichte und sie soll ein andermal erzählt werden.

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