Montag, 24. März 2008
3 Wochen Couch
Blick von der Dachterasse unseres Büros
Die Wohnungssuche in Shanghai gestaltet sich nicht nur von Deutschland aus extrem schwierig. Meine Hoffnungen, nach nur wenigen Tagen die ideale Traumbleibe zu finden, haben sich drei Wochen in die Länge gestreckt, wurden dabei immer dünner, bis sie zum Schluss fast vollkommen verschwunden waren. Die Suche war geprägt von 10qm Einzimmerwohnungen im sechsundwievielauchimmersten Stock eines käfigartigen Hochhauses mit Traumausblick auf eine Betonwand (Ich mein, da ist man schonmal fast über den Wolken und die Chinesen bauen das Haus so, dass man direkt auf ne Betonwand guckt. Wie Stulle kann man denn sein?) Bis zu romantisch gelegenen Hinterhauswohnungen, bei denen aber auch wirklich alles auseinanderfiel und ich nach Betätigung der Klospülung nur wenige Sekunden später zentimetertief in brauner Tunke stand. (Viel Stress und Laufen ersparrt übrigens auch die Information, dass die Chinesen offiziell kein Erdgeschoss haben. Also EG ist gleich 1OG.)

Drei Wochen habe ich also auf der Couch meines Chefs zugebracht. In Ermangelung eines Wohnzimmers in welchem ich auf der Couch hätte schlafen können blieb mir nicht anderes übrig als sogar das Schlafzimmer mit ihm zu teilen. Das nenn ich mal Feuertaufe. Schnarchen, Pupen -all inclusive!

Zur Krönung des ganzen ist mein Chef, Sebastien (kurz Seb) gerade frisch verliebt in eine kleine nervige Chinesin -Coco, und ihr könnt es euch sicherlich schon denken, es kam wie es kommen musste. Am Wochenende nach dem gemeinsamen Ausgehen schliefen wir also zu dritt in einem Zimmer. Kokosnuss, Seb und der Kraut.
Ich war den ganzen Abend damit beschäftigt Seb betrunken zu machen, damit da blos nichts mehr geht wenn wir nach Hause kommen. Gut, soweit ich es beurteilen kann -weil meist selbst betrunken- haben sie die Hände schön über der Bettdecke gelassen. Ich also Ohrstöpsel rein und mich morgens so früh wie möglich auf Achse gemacht.

Um die Kurve zu kriegen: Nachdem sich meine Hoffnungen noch was Gutes zu finden also fast verdunstet waren, trafen wir zufällig in der Mittagspause in einem Restaurant einen Deutschen, "jener bot seine Wohnung feil". Perfekte Lage, zwei Zimmer, zwei Minuten angeguckt -Handschlag drauf. Morgen zieh ich aus, morgen gibts Fotos.

... link