Sonntag, 16. März 2008
Erster zweiter Eindruck
2 März
… Nach einem äußerst entspannten Flug bin ich sicher und unbeschadet im Reich der Mitte gelandet. Mein erster Eindruck ist natürlich ganz anders als erwartet. Wer jetzt meint ich wäre überrumpelt gewesen von all den fremden Eindrücken und Menschenmassen könnte nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein. Gähnende Leere auf dem Flughafen. Keine Millionen von Chinesen, kein Chaos, kein Nichts.
Nach 10 Minuten durch endlose Flughafenhallen, folgt die Fahrt mit dem „Maglev“ einer Magnetschwebebahn –übrigens made in Germany-. Mit entspannten 437 km/h geht es Richtung Innenstadt. Ab da bringt mich ein Taxi zu der Adresse meines Chefs bei dem ich Übergangsweise unterkommen werde bis ich eine eigene Wohnung gefunden habe. Die Adresse steht auf einem kleinen Ausdruck, natürlich in Chinesisch- und ich habe das Gefühl das dieses kleine Stück Papier das Einzige ist was mich vor dem Verloren gehen in dieser 17 Millionen Menschen Metropole schützt. Hört sich sehr theatralisch an… war es auch.
Man sagt ja es gibt nur eine Chance für einen ersten Eindruck. Mein Chef öffnet mir die Tür in Jogginghose und Addiletten. Hmmm.
Seine Freundin liegt noch im Bett weswegen ich etwas derangiert im Flur/Küche stehen bleibe. Die Wohnung liegt im Erdgeschoss eines 4-Stöckigen Hauses , ist etwas achtlos eingerichtet, ein paar leere Bierflaschen, ein Stapel DVD´s auf dem Fernseher, der auf der Waschmaschine steht, die in einer Blechkiste steht…!?
Ganz nonchalant biete ich Sebastien an allein eine Runde um den Block zu drehen, um ihm und seiner Freundin Zeit zu geben sich zu ordnen und …naja und überhaupt.
Also so eine Runde um den Block hatte ich auch noch nicht. Ich weiß nicht wo ich anfangen soll zu beschreiben. Der liebe Onkel Heraklit hat mal gesagt: “Panta rhei - Alles fliesst“. Nichts trifft mehr auf diese Stadt zu. Menschen kommen und gehen in einem ständigen Strom, es sind nicht so viele wie man denkt… aber es ist einfach alles ständig in Bewegung. Das was am Flughafen überraschenderweise fehlte ist dafür hier in der Stadt in vollem Gange. Eine riesige Durchgangshalle mit Menschen in Bewegung. Jeder kommt irgendwo her, alle gehen irgendwo hin. Eine unglaubliche Dynamik und Unruhe.
Ich bin fast ein bisschen froh als ich nach einer halben Stunde wieder die Wohnung erreiche und mein Chef mir erneut die Tür öffnet, diesmal in schwarzen Jeans, T-Shirt und Jacket. Und ich sage: Es gibt immer eine Chance für einen zweiten ersten Eindruck.
meine strasse