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Dienstag, 1. April 2008
Meine neue Bleibe
stefan ulrich, 15:36h
Wenn ich in meinem letzten Blog Eintrag geschrieben habe, dass es morgen Fotos der Wohnung gibt, dann hat das halt nicht so ganz hingehauen. Aus einem Tag wurden sieben -Sorry, aber mal wieder hat das Internet gestreikt.Hier also der Blick in mein Zimmer, durch mein Zimmer hindurch auf den Balkon, durch den Balkon hindurch in den Garten, und durch alles hindurch auf einen Zipfel Shanghai.
Glück ist gar kein Ausdruck, um zu beschreiben wie gesegnet ich war beim Finden dieser Wohnung. Echt Ideal. Mein Stammrestaurant "Sching-djan" direkt vor der Tür, ne nette chinesische Mitbewohnerin und dazu wahnsinnig ruhig für Shanghai. Kaum Autolärm, nur Nachts hört man manchmal die streunenden Katzen bumsen und pünktlich morgens um halb acht fängt mein debiler Nachbar an auf seinem Keyboard die Tasten zu drücken. -Hänschenklein ist sein All time favourite. Macht aber nichts, ich bin sowieso gerne früh wach und ein Notengeschäft hab ich auch schon entdeckt. So bekommt er demnächst einfach mal ein bisschen Bach in seinen Briefkasten gestopft. Meine persönliche Jukebox -der unbekannte Nachbar.
Für alle die sich wundern, dass ich bisher noch nichts über meine Arbeit geschrieben habe: Ihnen sei hiermit gesagt, es geht gut, aber dem werde ich in Kürze einen extra Blogeintrag widmen.
Bis dahin ist jeder der mir gerne bei meiner Arbeit helfen will, herzlich dazu eingeladen. Das geht ganz einfach, indem ihr die hier verlinkte umfrage (doc, 216 KB) Umfrage downloaded Euch fünf Minuten Zeit nehmt, und mir dann per Email an stefan.ulrich@formsuche.de zusendet. Exzellent!
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Montag, 24. März 2008
3 Wochen Couch
stefan ulrich, 14:53h

Die Wohnungssuche in Shanghai gestaltet sich nicht nur von Deutschland aus extrem schwierig. Meine Hoffnungen, nach nur wenigen Tagen die ideale Traumbleibe zu finden, haben sich drei Wochen in die Länge gestreckt, wurden dabei immer dünner, bis sie zum Schluss fast vollkommen verschwunden waren. Die Suche war geprägt von 10qm Einzimmerwohnungen im sechsundwievielauchimmersten Stock eines käfigartigen Hochhauses mit Traumausblick auf eine Betonwand (Ich mein, da ist man schonmal fast über den Wolken und die Chinesen bauen das Haus so, dass man direkt auf ne Betonwand guckt. Wie Stulle kann man denn sein?) Bis zu romantisch gelegenen Hinterhauswohnungen, bei denen aber auch wirklich alles auseinanderfiel und ich nach Betätigung der Klospülung nur wenige Sekunden später zentimetertief in brauner Tunke stand. (Viel Stress und Laufen ersparrt übrigens auch die Information, dass die Chinesen offiziell kein Erdgeschoss haben. Also EG ist gleich 1OG.)
Drei Wochen habe ich also auf der Couch meines Chefs zugebracht. In Ermangelung eines Wohnzimmers in welchem ich auf der Couch hätte schlafen können blieb mir nicht anderes übrig als sogar das Schlafzimmer mit ihm zu teilen. Das nenn ich mal Feuertaufe. Schnarchen, Pupen -all inclusive!
Zur Krönung des ganzen ist mein Chef, Sebastien (kurz Seb) gerade frisch verliebt in eine kleine nervige Chinesin -Coco, und ihr könnt es euch sicherlich schon denken, es kam wie es kommen musste. Am Wochenende nach dem gemeinsamen Ausgehen schliefen wir also zu dritt in einem Zimmer. Kokosnuss, Seb und der Kraut.
Ich war den ganzen Abend damit beschäftigt Seb betrunken zu machen, damit da blos nichts mehr geht wenn wir nach Hause kommen. Gut, soweit ich es beurteilen kann -weil meist selbst betrunken- haben sie die Hände schön über der Bettdecke gelassen. Ich also Ohrstöpsel rein und mich morgens so früh wie möglich auf Achse gemacht.
Um die Kurve zu kriegen: Nachdem sich meine Hoffnungen noch was Gutes zu finden also fast verdunstet waren, trafen wir zufällig in der Mittagspause in einem Restaurant einen Deutschen, "jener bot seine Wohnung feil". Perfekte Lage, zwei Zimmer, zwei Minuten angeguckt -Handschlag drauf. Morgen zieh ich aus, morgen gibts Fotos.
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Dienstag, 18. März 2008
Tips zum Überleben:
stefan ulrich, 15:50h
Aus der Rubrik Tips zum Überleben beschäftigen wir uns heute mit dem Bürgersteig. Das Wort Bürgersteig ist in China ein extrem dehnbahrer Begriff. Denn man ist ja nicht gleich weniger Bürger nur weil man ein Motorrad fährt. Auch Autos wurden schon beobachtet wenn´s passt. Das also zum Überleben! Kommt man beispielsweise aus einem Geschäft, sollte man sich ähnlich wie bei einer stark befahrenen Kreuzung erst vergewissern das niemand von rechts, links oder auch oben und unten kommt. Steht man zulange, bevor man den Blinker setzt und sich einordnet, kann es passieren das man sich unerwartet entweder im Geschäft oder auf der Strasse wiederfindet, geschoben quasi.
Wozu der Bürgersteig neben gemütlichem Flanieren und gehetztem Rennen (Chinesen sehen soo lustig aus wenn sie rennen!) sonst noch genutzt wird, hängt stark von der Tageszeit ab. Abends z.B. eröffnen lustige Ramschmattenverkäufer an vielen Kreuzungen ihren Temporärbasar, voll mit winkenden Katzenfiguren (-hypnotisierend!), Haargummis und Dolce&Gabana Gürteln.
Wenn hier was passiert, dann auf dem Bürgersteig, hier wird Gemüse gehackt, Schweineinnereien gewaschen, Fahrräder repariert, Karten gespielt, nach Verkehrsunfällen mit der Polizei debatiert...
(die Chinesen haben ein sehr entspanntes Verhätnis bei kleineren Unfällen -die Preise werden zwischen den Teilnehmern und der Polizei in einem ausführlichen Streitgespräch ausgehandelt -Feilschen erlaubt! Es wird cash gezahlt keine Anzeige, kein Papierkram und keine Punkte in Beijing. seit ich hier bin habe ich schon zwei Verkehrsunfälle mitbekommen, ca 1 pro Woche. Wenn das so weitergeht, komm ich auf dreißig in dem halben Jahr.)
... usw. ALSO um es zusammenzufassen. Bürgersteig in China ist eher ein Volkssteig. Hier geht alles!
Und um zum Ende zu kommen, es ist jetzt 22 Uhr, ich hab Hunger und jetzt eröffnen die "Bürgersteigrestaurants", aber das ist eine andere Geschichte und sie soll ein andermal erzählt werden.
Wozu der Bürgersteig neben gemütlichem Flanieren und gehetztem Rennen (Chinesen sehen soo lustig aus wenn sie rennen!) sonst noch genutzt wird, hängt stark von der Tageszeit ab. Abends z.B. eröffnen lustige Ramschmattenverkäufer an vielen Kreuzungen ihren Temporärbasar, voll mit winkenden Katzenfiguren (-hypnotisierend!), Haargummis und Dolce&Gabana Gürteln.
Wenn hier was passiert, dann auf dem Bürgersteig, hier wird Gemüse gehackt, Schweineinnereien gewaschen, Fahrräder repariert, Karten gespielt, nach Verkehrsunfällen mit der Polizei debatiert...
(die Chinesen haben ein sehr entspanntes Verhätnis bei kleineren Unfällen -die Preise werden zwischen den Teilnehmern und der Polizei in einem ausführlichen Streitgespräch ausgehandelt -Feilschen erlaubt! Es wird cash gezahlt keine Anzeige, kein Papierkram und keine Punkte in Beijing. seit ich hier bin habe ich schon zwei Verkehrsunfälle mitbekommen, ca 1 pro Woche. Wenn das so weitergeht, komm ich auf dreißig in dem halben Jahr.)
... usw. ALSO um es zusammenzufassen. Bürgersteig in China ist eher ein Volkssteig. Hier geht alles!
Und um zum Ende zu kommen, es ist jetzt 22 Uhr, ich hab Hunger und jetzt eröffnen die "Bürgersteigrestaurants", aber das ist eine andere Geschichte und sie soll ein andermal erzählt werden.
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